"Wenn uns nicht der Argwohn beunruhigte, dass uns die Naturerscheinungen und der Tod etwas bedeuten könnten, und auch der Umstand, dass wir die Grenzen der Schmerzen und Begierden nicht kennen, dann bedürften wir der Naturerkenntnis nicht." (Epikur, 11. Hauptlehrsatz)


Epikur war ein Lebenskünstler. Ich denke, er wusste viel darüber, wie uns das liebe Dopamin in unseren Köpfen versklaven kann, auch wenn es damals sicher den Begriff "Dopamin" noch gar nicht gab.
Doch spannend fand ich das Zitat besonders, weil unser Drang anklingt, die Natur zu verstehen, die Welt zu verstehen. Sie bedeutet uns etwas. Wir funktionieren nicht einfach "mechanisch" vor uns hin. Daher fragen wir uns, wie wir sie wohl am besten "zu nehmen" haben, die Welt. Daher fragen wir uns, wer wir wohl sind. Und dieser Tod, so seltsam. Die Welt und wir, die Welt und ich, ein Gegensatz, der keiner ist? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Doch in jedem Fall der Grund, warum wir überhaupt nachdenken, philosophieren, forschen, suchen. Bewusst-sein.